Nextcloud via Snap installieren und verwalten: So funktioniert’s
Snap ist ein Paketverwaltungssystem für Linux, das vorkonfigurierte Softwarepakete bereitstellt. Die Kombination aus Snap und Nextcloud empfiehlt sich vor allem für Personen, die eine einfache Installation ohne großen administrativen Aufwand wünschen. Für komplexe Konfigurationen mit vielen individuellen Anpassungen eignet sich Nextcloud Snap weniger.
Was ist Snap eigentlich?
Bei Snap handelt es sich um ein für Linux ausgelegtes Softwareverteilungs- und Paketverwaltungssystem, das ursprünglich für Ubuntu entwickelt wurde, mittlerweile aber auch für andere Distributionen wie Debian oder Fedora verfügbar ist. Snap stellt Software in vorkonfigurierten Paketen bereit. Diese auch als „Snaps“ bezeichneten Softwarepakete beinhalten bereits alle erforderlichen Abhängigkeiten, wodurch die manuelle Konfiguration des Servers entfällt.
Ist die Kombination von Nextcloud und Snap sinnvoll?
Ob es sich lohnt, Nextcloud mittels Snap zu installieren, hängt vor allem von den individuellen Anforderungen und technischen Kenntnissen ab. Da Snap alle Abhängigkeiten in einem vorkonfigurierten Paket enthält, entfällt die manuelle Konfiguration der Cloud-Software sowie die Anpassung an die jeweilige Linux-Distribution. Demnach eignet sich die Methode vor allem für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie für Personen, die Nextcloud schnell und unkompliziert in Betrieb nehmen wollen.
Wenn Sie hingegen individuelle Konfigurationen vornehmen oder einzelne Komponenten anpassen möchten, ist die manuelle Installation sinnvoller. Eine solche ermöglicht es beispielsweise, spezielle PHP-Einstellungen festzulegen oder das Datenbanksystem frei zu wählen. Auch Unternehmen mit hohen Skalierbarkeitsanforderungen oder speziellen Sicherheitskonzepten profitieren eher von einer manuellen Installation.
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Nextcloud via Snap: Welche Vorteile und Nachteile gibt es?
Nextcloud per Snap-Installation einzurichten, hat sowohl Vorteile als auch Nachteile, die es individuell abzuwägen gilt. Die Installationsmethode punktet vor allem durch Komfort und die Automatisierung von Updates, zieht jedoch Einschränkungen in Bezug auf die Flexibilität nach sich.
Vorteile der Nextcloud-Snap-Installation
- Einfache und schnelle Installation: Snap bietet ein vorkonfiguriertes Paket, das die Einrichtung von Nextcloud besonders leicht gestaltet.
- Automatische Updates: Sicherheits- und Softwareupdates werden automatisch durchgeführt, wodurch die Cloud stets auf dem neuesten Stand bleibt.
- Für eine Vielzahl von Distributionen ausgelegt: Snap läuft auf zahlreichen Linux-Betriebssystemen, darunter beispielsweise Ubuntu, Debian, Fedora und Arch Linux.
- Hohe Stabilität: Der Paketmanager sorgt für eine isolierte Umgebung, die potenzielle Konflikte mit anderen Anwendungen minimiert.
Nachteile der Nextcloud-Snap-Installation
- Eingeschränkte Flexibilität: Snap verwendet festgelegte Standards wie Apache, MySQL und bestimmte PHP-Versionen, die sich nicht austauschen oder individuell anpassen lassen.
- Einbußen bei der Performance: Verglichen mit der optimierten manuellen Installation fällt die Performance mitunter etwas geringer aus, da Snap in einer isolierten Umgebung läuft und Anpassungen an der PHP- oder Datenbank-Leistung kaum möglich sind.
- Abhängigkeit von Canonical: Das Paketverwaltungssystem Snap wurde von Canonical entwickelt. Viele Entwicklerinnen und Entwickler kritisieren, dass das britische Unternehmen den Snap Store kontrolliert, über den Snaps ausgeliefert werden, da dies der Open-Source-Mentalität von Linux widerspricht.
Wie installiert und verwaltet man Nextcloud mit Snap?
Es gibt einige grundlegende Voraussetzungen für die Nextcloud-Installation über die Snap-Paketverwaltung. Sie müssen im Vorhinein nicht nur einen Ubuntu-Server aufsetzen, sondern auch einen A-Record für die Subdomain anlegen und mit Admin-Rechten (sudo
) auf die Serverkonsole zugreifen können.
Nachfolgend erläutern wir Schritt für Schritt, wie Sie Nextcloud via Snap installieren und verwalten. Im folgenden Beispiel haben wir Nextcloud unter Ubuntu 22.04 eingerichtet. Es ist aber auch möglich, eines der anderen unterstützten Linux-Betriebssysteme zu nutzen.
- Vollständige Datensouveränität
- Kein Administrationsaufwand dank Managed-Betrieb
- Flexibel um Apps und Online Office erweiterbar
Schritt 1: Snap installieren
Auf den meisten Ubuntu-Servern ist Snap bereits vorinstalliert. Falls nicht, nutzen Sie den folgenden Befehl für die Installation:
sudo apt install snapd
bashSchritt 2: Nextcloud installieren
Nextcloud installieren Sie mithilfe dieses Befehls:
sudo snap install nextcloud
bashSchritt 3: Trusted Domains hinzufügen
Als Nächstes fügen Sie in Nextcloud Trusted Domains hinzu, um auf den Server zugreifen zu können. Um die IP des Servers und eine Subdomain hinzuzufügen, tragen Sie folgenden Befehl in die Serverkonsole ein:
sudo snap run nextcloud.occ config:system:set trusted_domains 0 --value=<IP-Adresse>
sudo snap run nextcloud.occ config:system:set trusted_domains 1 --value=<cloud.eigene.domain>
bashWenn Sie im Anschluss kontrollieren wollen, ob die Einträge tatsächlich angelegt wurden, verwenden Sie diesen Befehl:
sudo snap run nextcloud.occ config:system:get trusted_domains 0
sudo snap run nextcloud.occ config:system:get trusted_domains 1
bashSchritt 4: Let’s Encrypt hinzufügen
Um mit HTTPS für mehr Sicherheit auf Ihrem Nextcloud-Server zu sorgen, ist es erforderlich, ein SSL-Skript wie Let’s Encrypt zu installieren. Das funktioniert wie folgt:
sudo nextcloud.enable-https lets-encrypt
bashDer Output zeigt Ihnen die SSL-Zertifikatsanforderungen an, die Sie durch Eingabe des Buchstaben „Y” (für Yes) akzeptieren. Danach geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und den Domainnamen an.
Schritt 5: Nextcloud-Account anlegen
Navigieren Sie über einen Webbrowser zur Webseite Ihres Nextcloud-Servers, wo Sie aufgefordert werden, sich einen Account mit Administrationsrechten zu erstellen. Anschließend können Sie sich einloggen und auf das Nextcloud-Dashboard zugreifen.
Schritt 6: Nextcloud via Snap verwalten
Abschließend haben wir noch einige Befehle zusammengetragen, die Ihnen dabei helfen, Nextcloud mit Snap zu verwalten:
- Memorylimit erhöhen:
sudo snap set nextcloud php.memory-limit=512M
- Nextcloud aktualisieren (falls Update verfügbar):
sudo snap refresh nextcloud
- Serverneustart:
sudo snap restart nextcloud
- Wiederherstellung einer früheren Version:
sudo snap revert nextcloud
- Status der Nextcloud-Instanz prüfen:
sudo snap services nextcloud
- Nextcloud deinstallieren:
sudo snap remove nextcloud
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